1. Wanderweg auf alten Fuhrmanns- und Köhlerwegen

logo_Eisenstrasse1. Einleitung

Willkommen

im oberen Biggetal an der Wendener Hütte. Wir laden Sie ein, die reizvolle und doch durch das frühindustrielle Eisengewerbe geprägte Landschaft zu entdecken.

Vor der Industrialisierung waren für den Betrieb einer Eisenhütte bestimmte natürliche Voraussetzungen notwendig. Die wichtigsten waren Wasser, Eisenerz und Holz. Die Landschaft rund um die Wendener Hütte trägt auch heute noch die Spuren einer intensiven Ausbeutung dieser natürlichen Ressourcen.

Der 8 km lange Rundweg ist mit 20 Tafeln ausgestattet, die auf das Zusammenspiel von Gewerbe und Landschaft hinweisen. Eine Broschüre, erhältlich im Museum und die QR-Codes auf den Tafeln vermitteln weitere Informationen. Eine Broschüre, erhältlich im Museum und diese QR-Codes vermitteln weitere Informationen.

Der insgesamt etwa 8 km lange Weg kann in zwei Etappen begangen werden. Die erste Etappe ist um die 5 km lang. Die zweite Etappe ist 3 km lang, da sie über Gras bewachsene Wald- und Wiesenpfade führt, legen wir Ihnen nahe, festes Schuhwerk zu tragen.

Die Wanderwegbeschilderung bildet sechs Oberthemen ab, die farblich gegeneinander angesetzt wurden: Eisenverhüttung, Eisenverarbeitung: Orange, Wasser: Blau, Erz: Braun, Wald und Holz im Wandel der Zeit: Grün, Wege: Gelb, Land und Leute: Lila.

Die Tafeln 2-3 erläutern die Hüttengebäude und markieren den Fundort des mittelalterlichen Rennofens in unmittelbarer Nähe der Hütte. Auch der Standort „Klosterhammer am Rehsiepen“ gehört zum Bereich der Eisenverarbeitung und verweist auf das hier im Jahre 1534 errichtete Hammerwerk (T.4). Das gleiche gilt für das aus dem Jahre 1803 stammende Hammerwerk in Sichtweite der Hütte (T. 19) und die Vahlbergerhütte, betrieben 1762 bis 1793 (16 und 17).

Eng damit verknüpft sind die Anlagen der Wasserwirtschaft, also die Obergräben, das Aquädukt und die Stauteiche. Eine Anlage wie die Wendener Hütte ist ohne Wasser undenkbar. Wasser ist neben der Holzkohle und dem Eisenerz der dritte zum Betrieb einer Eisenhütte notwendige Rohstoff. Vier Wasserräder betreiben die Hütten- und Hammergebläse. Wasserkraft war lange Zeit die einzige Kraftquelle, die sowohl hohe Leistung als auch Dauerbetrieb garantierte.

Pingenzüge im Wald (T 10), also die oberirdischen Abbaustellen von Eisenerz verweisen auf den Bergbau. Hier wurde oberflächennahe Erzader abgebaut. War der Abbau im Tagebau nicht mehr möglich, folgten die Bergleute den Erzgängen ins Innere der Berge, teuften Gesenke (kleine Schächte) ab und trieben Stollen vor. Der Uraltbergbau der Grube Löhkopf (T 14) gehört zu den ältesten im Umkreis. Das Alter der Grube Vahlberg (T 15) ist unbekannt. Das Bergwerk stellt jedoch das Beispiel einer Erzgrube aus dem 19. Jahrhundert dar.

Das Thema Wald und Holz fällt sofort an den großen Aufforstungsstellen am Weg ins Auge (T.4). In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 macht der Sturm Kyrill Geschichte. Mit bis zu 200 km/h tobte der Orkan insbesondere über Südwestfalen und sorgte für Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Etwa 15,7 Millionen Kubikmeter Holz fielen ihm zum Opfer, das sind mehr als 25 Millionen Bäume. Noch lange danach prägten umgestürzte Bäume, aufgerichtete Wurzelteller, geborstene und zersplitterte Stämme das Landschaftsbild. Doch „Kyrill“ bewirkte vielerorts auch positive Veränderungen: Durch das Verschwinden vieler Fichtenkulturen wurde die Monotonie und Dunkelheit der Wälder durchbrochen. An einigen Stellen sind phantastische Aussichten entstanden, die zumindest für einige Jahre erhalten bleiben. Zahlreiche Kahlschläge sind inzwischen mit standortgerechten Laubbäumen wiederaufgeforstet worden, einige Flächen erobert sich die Natur selbst zurück. In die halboffenen und offenen Landschaften der Kyrillflächen wandern nun wieder seltene Tierarten, wie zum Beispiel der Raubwürger, eine amselgroße Vogelart, ein. Zum Thema Holz gehören auch die Niederwaldwirtschaft in Form von Haubergen (T.8) und die Meiler der Holzkohlenherstellung. (T7) Eine große Tafel mit Einschüben und einem drehbaren Jahresrad erläutert den zwanzigjährigen Vegetationszyklus einen Hauberges. Sie steht am Rande eines Hauberges, der von der Waldgemeinschaft Brün bearbeitet wird. Gegenüber wurde ein Meilerplatz gerodet, auf dem ein Kohlemeiler steht. Allein die Wendener Hütte verbrauchte gegen Ende des 18. Jahrhunderts jährlich mehr als 500 Wagen Holzkohle. Zur Herstellung von einem Wagen Kohle benötigte man 8 Wagen Holz. Das entsprach etwa einem jährlichen Verbrauch von 1,25 km² Wald.

Auf der Brüner Höhe liegt direkt neben der Autobahn A 45 eine alte Wegekreuzung. Es handelt sich um Verbindungswege von der Wendener Hütte, zu einen frühindustriellen Wegenetz, durch das Holzkohle und Erze zur Hütte transportiert wurden. Diese Fuhrmannswege die noch als Eintiefungen zu erkennen sind, wurden stark frequentiert, da die Hütte täglich von rund dreißig Fuhrwerken angesteuert wurde. Überregionale Straßennetze, wie zum Beispiel die sogenannte Eisenstraße, verbanden die Gewerberäume des Siegerlandes mit denen des märkischen und bergischen Raumes sowie die Gewerbebetriebe direkt miteinander. Die wichtigsten Fuhrmannstraßen, die den Kreis Olpe durchquerten werden dargestellt.

Auch Informationen über Land- und Leute können am Wanderweg abgerufen werden. Kapellen, Wegkreuze und Kirchwege (Stationen 6, 11 und 13) verweisen darauf, dass es sich um katholisches „Bischofsland“ handelt. Die Grenze des Kurkölnischen Westfalens – das sog. Kölsche Heck – ist von der Brüner Höhe aus fast sichtbar. Weideflächen bieten Gelegenheit auf die Viehhaltung (rote Höhenvieh) und Weidewirtschaft im 19. Jahrhundert einzugehen.

Quelle: Monika Löcken, Der hüttenkundliche Wanderweg des Wendener Hütte, Olpe 2013.

Das nächste Etappenziel: