9. Pingen und oberirdischen Erzgruben

Die tiefe lange Rinne, vor der Sie jetzt stehen, wurde von Menschen gegraben. Es handelt sich um einen oberirdischen Erzabbau, der Pinge genannt wird.

Die Bergleute bauten das Erz, wo es zutage trat, im oberflächennahen Bereich mit der Keilhaue ab und folgten der Erzader in die Tiefe, soweit es mit einfachen Mitteln möglich war. War der Abbau im Tagebau nicht mehr möglich, folgten die Bergleute den Erzgängen ins Innere der Berge, teuften Gesenke (kleine Schächte) ab und trieben Stollen vor. Gefördert wurde in den Pingen Brauneisenstein (Limonit).

Bis zum Beginn des 20. Jh.s stellte der Erzbergbau für die Bewohner des Wendener Landes eine der wenigen, wenn auch unbeständigen Einnahmequellen dar. Im Jahre 1885 waren im Amte Wenden 80 Grubenarbeiter beschäftigt. Weitere 300 Bergleute aus dem Amte arbeiteten auf auswärtigen  Gruben.

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