6. Kyrill

Vor und hinter Ihnen befinden sich große Flächen, auf denen junge Bäume wachsen. Es handelt sich um Flächen, auf denen der Sturm Kyrill 2007 den alten Waldbestand auf der Brüner Höhe zerstört hat.

Kyrill – Ein Sturm macht Geschichte In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 erlebte das Land Nordrhein-Westfalen durch den Orkan „Kyrill“ seinen bislang folgenschwersten Sturm. Mit bis zu 200 km/h tobte der Orkan insbesondere über Südwestfalen und sorgte für Schäden an Gebäuden, Infrastruktur und vor allem in den Wäldern.

Etwa 15,7 Millionen Kubikmeter Sturmholz fielen ihm zum Opfer,

das sind mehr als 25 Millionen Bäume. Noch lange danach prägten umgestürzte Bäume, aufgerichtete Wurzelteller, geborstene und zersplitterte Stämme das Landschaftsbild.

Doch „Kyrill“ bewirkte vielerorts auch positiv Veränderungen:

  • Durch das Verschwinden vieler Fichtenkulturen wurde die Monotonie und Dunkelheit der Wälder durchbrochen.
  • An einigen Stellen sind phantastische Aussichten entstanden, die zumindest für einige Jahre erhalten bleiben.
  • Zahlreiche Kahlschläge sind inzwischen mit standortgerechten Laubbäumen wiederaufgeforstet worden, einige Flächen erobert sich die Natur selbst zurück.
  • Raubwürger kleinIn die halboffenen und offenen Landschaften der Kyrillflächen wandern nun wieder, seltene Tierarten, wie zum Beispiel der Raubwürger, eine amselgroße Vogelart, ein.

Seit dem 19. Jh. war die Anlage von Monokulturen eine  Strategie, dem Holzmangel zu begegnen. Nicht selten ließen die ausgelaugten Böden keine anderen Baumarten, als die anspruchslosen Nadelhölzer Kiefer und Fichte zu.

Der Hüttenverwalter Gerhard Bayer begann um 1800 versuchsweise mit der Anpflanzung von Fichtenkulturen rund um die Hütte.

Fichten wachsen schnell und gedeihen auch in den niederschlagsreichen Gebieten des Sauerlandes sehr gut. Waren Sie zunächst als Köhler- und Brennholz gedacht, so wurden sie etwa ab 1900 zunehmend als Grubenholz für den Ruhrbergbau genutzt. So pflanzten die Gemeinden, Waldgenossenschaften und Bauern immer mehr Fichten an. Der Holzertrag steht heute so sehr im Mittelpunkt, dass man von einer Holzwirtschaft spricht.

Fichtenwälder sind jedoch durch Schneebruch, Windwurf und Schädlinge, wie zum Beispiel den Borkenkäfer, sehr gefährdet. In den dichten Fichtenwäldern leben auch weniger Pflanzen- und Tierarten als in den Laubwäldern. Aus diesen Gründen machte sich in den letzten Jahren ein „Trendwechsel“, hin zum verstärkten Anbau von Laubwäldern, bemerkbar.

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Folgen Sie dem Weg und genießen Sie die Aussicht von der Brüner Höhe.

 

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