Kunst im Museumsraum

Ort der Stille IISteinsetzung

Ort der Stille II

Volker Schnüttgen 2010

Granit 180 X 80 X 80

Seit 2016 im Besitz des Museumsvereins Wendener Hütte

 

AT WORK – Franz-Josef Henke

AT WORK - Stahlskulpturen an der Wendener Hütte

FRANZ-JOSEF HENKE

Das menschliche Gehirn hat mich immer schon fasziniert. Es arbeitet immer, bei Tag und bei Nacht, in Narkose und im Koma. Alle Bereiche des Gehirns sind aufs Feinste miteinander verwoben und steuern auf diese Weise unser Handeln, Verhalten, Denken und Empfinden.

So gesehen wäre das Lebewesen Mensch nichts ohne sein Gehirn. Egal, welches Zahnrad sich dreht, alle anderen drehen sich mit und zeigen das Funktionieren des Ganzen. Das Gehirn arbeitet immer, deshalb AT WORK.

Dies wollte ich mit dieser Skulptur symbolisieren.

Franz-Josef Henke,
Wendener Hütte im Februar 2015

DIE HIRNFUNKTIONEN

Die Zahlen kennzeichnen das Zahnrad, welches die nachfolgenden Hirnfunktionen an der bezeichneten Stelle im Hirn symbolisiert.

  1. AT-WORK-Hirnfunktionen„Limbisches System“ liefert die Antriebsenergie für Affektivität, Emotionalität, Wachsamkeit und verarbeitet Emotionen.
  2. „Hypothalamus“ liefert die positive Bewertung z.B der Bedürfnisbefriedigung, des Erlebens von etwas Angenehmen, spielt eine entscheidende Rolle bei Belohnung, Bedürfniserfüllung und der aktiven Wahl der Handlungsziele.
  3. „Hippocampus“ stellt die Verbindung zum Großhirn dar und ist wahrscheinlich der Organisator des bewußtseinfähigen Gedächtnisses.
  4. „Amygdala“ (Mandelkern) verarbeitet Basisinformationen wie Angst, Furcht und Ekel.
  5. Die „Sehrinde“ verarbeitet optische Eindrücke.
  6. „Sprachzentren“ verarbeiten sprachliche Bedeutungen und steuern die Sprachmotorik.
  7. + 8. „Präfrontaler Cortex“ Denken, Handlungsplanung, Impulssteuerung und – Kontrolle, Bewertung von Handlungen.

„AT WORK“

Von dem französischen Philosophen, Mathematiker und Physiker René Descartes (1596 – 1650), der intensiv menschliche Bewußtseins- und Geistestätigkeit erforscht hat, stammt der berühmte Satz „Ich denke, also bin ich“. Ihn hielt er für die allererste und gewisseste Erkenntnis. Diese Feststellung provoziert die Frage, was – und vielleicht auch wo – ich dann bin, wenn ich nicht denke, wenn ich zum Beispiel schlafe oder nicht bei Bewußtsein bin, wie es etwa während einer Narkose oder im komatösen Zustand der Fall ist.

Bereits Descartes bekannte sich zu der Ansicht, daß wir während des Schlafs immer träumen und unser Bewußtsein auch in Schlafphasen nie ganz verlieren. Darin bekundet sich eine Ahnung des Sachverhalts, daß unser Geist ständig aktiv, ständig bei der Arbeit – „at work“ – ist, ein Sachverhalt, den die derzeit vorliegenden Erkenntnisse der modernen Neurowissenschaften schlagend bestätigen. Die Hirnforschung zeigt überdies, daß unser Gehirn, als der materielle Träger der Geistestätigkeit, von seiner Struktur her als System zu begreifen ist, dessen einzelne Ebenen und Aktivitäten zusammenwirken. Dies veranschaulicht auf äußerst sinnfällige Weise Franz-Josef Henkes Skulptur „AT WORK“.

Wenn sie die Hirnaktivität durch das Ineinandergreifen von Zahnrädern – also als mechanisches Geschehen – symbolisiert, so steht sie an einem Ort wie der Wendener Hütte, einem Denkmal mechanischer Arbeiten, an genau der richtigen Stelle.

Prof. Dr. Friedhelm Decher